„Von drauß‘, vom Walde komm‘ ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr…“, mit diesen Worten begrüßt der Heilige Mann aus dem fernen Myra, in der heutigen Türkei gelegen, alljährlich alle die Menschen, die fest an ihn glauben.
Theodor Storm, auch bekannt durch Werke wie „Der Schimmelreiter“, verfasste dieses allseits bekannte Gedicht 1862, in einer Zeit, in der er selbst als Kreisrichter im thüringischen Heiligenstadt tätig war.
Als Schutzpatron der Kinder lässt es sich Bischof Nikolaus nicht nehmen, jedes Jahr am 6. Dezember eben auch bei den Kindern der Orientierungsstufe vorbeizuschauen und ihnen mit seinem Gefolge, bestehend aus den beiden reizenden Engeln und Knecht Ruprecht, seine tiefe Zuneigung zu zeigen und sie mit einem Weckmann zu überraschen. Gerne lässt er sich dabei von Liedern und Gedichten der jungen Menschen überraschen, die ihm ein Strahlen ins Gesicht zaubern.
Angespannt und voller Vorfreude wird der Heilige Mann erwartet. Er geht von Klasse zu Klasse und sucht auch die Lehrer auf, denn allen an Schule Arbeitenden fühlt er sich besonders nah. Natürlich begegnet ihm jeder ehrfürchtig und respektvoll, weiß man doch um seine äußerst beschwerliche Reise, die er aber mit seinem Gefolge gemeinsam gerne auf sich nimmt.
Dass er Lobendes und auch Kritisches zu jeder Klasse zu äußern weiß, zeigt nur einmal mehr seine innige Verbundenheit zu den Kindern, die die Zukunft der Welt bilden.
Wenn man Glück hat, kann man sogar einen kurzen Blick auf den Heiligen Nikolaus (Josua Eyer), Knecht Ruprecht (Jan Eppler) und die Engel (Nele Lützenkirchen und Marlene Gunkel) erhaschen. Oft steht er an der eindrucksvollen Krippenszenerie im Eingangsbereich der Schule und freut sich mit seinen Begleitern an deren Bild.
„Bischof Nikolaus, schau‘ bitte auch im kommenden Jahr bei uns vorbei!“, rufen ihm die Mädchen und Jungen hinterher.
Autorin: Claudia Römer