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Kinderoper Lohengrin

Drei Klassen der Orientierungsstufe zeigen sich von musikalischem Highlight begeistert

Kinderoper LohengrinLaute „Ahs“ und „Ohs“ waren an diesem sommerlichen Samstagnachmittag nicht nur einmal zu hören, als im großzügig geschnittenen Garten des Ehepaars Sabine und Stefan Vinke die von der renommierten Sopranistin selbst liebevoll und detailliert bearbeitete Kinderoper „Lohengrin“ von Richard Wagner gegeben wurde.

Unter den zahlreich erschienenen Anwesenden waren die beiden Chorklassen 5 und 6c der Alfred-Delp-Schule und auch die Kinder der 6e, die dort ihren ganz eigenen und besonderen Abschluss der Gemeinsamen Orientierungsstufenzeit begingen. Zusammen mit ihren Lehrern Nora Hillen, Carina Hofmann, Claudia Römer, Susanne Schnörr und Martin Müller genossen sie die knapp 80-minütige Operndarbietung und zeigten sich ausgesprochen dankbar dafür, dass sie trotz Corona-Pandemie ein solch kulturell wertvolles Highlight erleben durften. Zudem hatten es sich Sabine und Stefan Vinke nicht nehmen lassen, einige Tage zuvor in die Schule zu eilen und den Schülerinnen und Schülern einen kurzweiligen Einblick in die Thematik der Wagner-Oper zu geben. Große Aufmerksamkeit erregte dabei das aus dem Fundus des Nationaltheaters Mannheim stammende Flammenschwert, das hierzulande als Waffe gilt und dementsprechend „verpackt“ werden musste. Derart vorbereitet, war die Spannung förmlich zu greifen. Als Sabine Vinke dann als Herzogstochter Elsa in einem prächtigen Kleid die provisorische Bühne betrat und „ihr“ Publikum herzlich begrüßte, gab es kein Halten mehr. Schon nach den ersten Tönen der Akteure waren alle mit Begeisterung dabei. Großen Anklang fand dabei, dass die Kinder die Oper interaktiv begleiten durften. So hielten sie Schilder mit der Aufschrift „Frageverbot“ oder „Nie sollst du mich befragen“ hoch oder schwenkten bunte Regenbogenfahnen im Sommerwind. Da erscheint ein Schwan (Philipp Keimer) und erklärt den Gästen, er sei Gottfried, Sohn des Herzogs von Brabant. Die böse Ortrud (herrliches Mienenspiel: Jelena Kordic) habe ihn verzaubert, wolle sie ihm doch das Erbe streitig machen. Die Rettung in Gestalt eines Ritters aus der Tafelrunde (hier brillant: Stefan Vinke) naht. Ihm ist aufgetragen worden, Gottfried und Elsa die Thronfolge zu sichern. Sein Name und seine Herkunft aber müssten geheim bleiben. In einem erbittert ausgetragenen Gefecht mit Graf Telramund, Ortruds Gatten (spielfreudig: Christoph Wendel), trägt der Gralsritter den Sieg davon. Er schenkt Telramund gar das Leben, verliebt sich in Elsa und schließt die Ehe mit ihr. Alle Schwierigkeiten scheinen vergessen. Doch da naht erneut Ungemach: Elsa kann ihre Neugier nicht zügeln und bittet den tapferen Ritter: „Lass dein Geheimnis mich erschauen, dass, wer du bist, ich offen seh“. Er gesteht, Parzivals Sohn zu sein und Lohengrin zu heißen. Just in diesem Moment nähert sich aus der Ferne der weiße Schwan dem dramatischen Geschehen. Elsa und ihr Gemahl müssen Abschied voneinander nehmen, der Schwan wird nun zu Gottfried, der das Erbe antreten kann. Endlich darf Ruhe einkehren.

Elias Corrinth begleitet die Kinderoper einfühlsam am Klavier, Jost-Jochen Wacker glänzt als Gurnemanz und Bastian Kohl als König Heinrich. Ein musikalisches Werk wie dieses, von vielen als das „traurigste“ Richard Wagners bezeichnet, hautnah miterleben zu dürfen, die prächtigen Kostüme beim Gang durch die Reihen unmittelbar bewundern und einfach einmal einem solchen Kunstgenuss beiwohnen zu können, ließ die Schüler der Alfred-Delp-Schule strahlen. „Es war solch ein schöner Nachmittag!“, meinte denn Arthur-Tarabas Dallmann im Brustton der Überzeugung stellvertretend für so viele andere.

Dank gebührt zudem den Sponsoren, die den Kindern freien Eintritt gewähren.

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