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Vorlesewettbewerb 2021

„Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel"

Vorlesewettbewerb 2021„Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel (…) und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen“, meinte Walt Disney einst und die weltbekannte schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren stellte fest: „Das Wichtigste ist, dass Kinder Bücher lesen, dass ein Kind mit seinem Buch allein sein kann. Dagegen sind Film, Fernsehen und Video eine oberflächliche Erscheinung.“

Und in der Tat, Lesen zaubert ferne Welten herbei, lässt eintauchen in unbekannte Sphären, schenkt kleine Oasen im oft hektischen Alltag, eröffnet neue Horizonte, schürt die Neugier, lässt den kleinen oder großen Menschen auf den Flügeln seiner Fantasie segeln und sprengt alle Grenzen. Die im Kopf und die im Herzen. Lesen ist eine einzigartige Schatztruhe. Wer sie nicht würdigt, bringt sich um vieles. Jeder, der sich loslöst von Raum und Zeit, sich in Geschriebenes, gleich welchen Genres, vertieft, fühlt dieses außerordentliche Geschenk und weiß um ein kostbares Gut, das es zu behüten gilt. Besucht man Buchhandlungen, in diesen Tagen kein einfaches Vorhaben, kann das Auge sich nicht sattsehen an all den unterschiedlichen literarischen Werken, die in ihren Regalen geduldig auf „ihre“ Leser warten, um ihn ins Universum fliegen zu lassen. Jeder buchaffine Mensch – auch die, die um ihre Begeisterung vielleicht noch gar nicht wissen -, kann „seinen“ Schatz heben und in ihm die laute Welt der Realität verlassen. In diesem Sinne stellten sich zehn Mädchen und Jungen der sechsten Klassen dem bundesweit größten Schülerwettbewerb des Deutschen Buchhandels, der seit 1959 – seit nunmehr also 62 Jahren – alljährlich in Kooperation mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Institutionen durchgeführt wird. Der früher wie heute gern gelesene Dresdner Schriftsteller Erich Kästner, Erfinder so großartiger Werke wie „Pünktchen und Anton“, „Emil und die Detektive“ oder „Das doppelte Lottchen“, war einer seiner renommiertesten Initiatoren.

Im Vorfeld dieses schulinternen Wettbewerbs hatten alle Klassen ihren jeweils besten Vorleser gekürt, der einen Ausschnitt aus seiner selbst vorbereiteten Lieblingslektüre vortrug. Diese waren so unterschiedlich wie die Kinder, die sich dieser Herausforderung mutig stellten. Von Lea Schmidbauers „Ostwind – Zusammen sind wir frei“ über Kathrin Littlewoods „Die Glücksbäckerei“ bis hin zu Lara Faraways „Violetta und die verschwundenen Drachlinge“ reichte die Bandbreite der ausgesuchten Bücher. Die Spannung in der nur mit den Zweitsiegern besetzten Aula – das Coronavirus ließ nichts anderes zu – war dennoch mit den Händen greifbar, als sich die Besten maßen, ihr Werk präsentierten, eine kurze Einführung in das Leben des Autors gaben und dann ihrer vornehmsten Aufgabe frönten, dem Vorlesen. Die Leseasse sind die Stars, denen man nur zu gerne zuhört, denn ihr Vortrag, ihre Ausgestaltung des Buchbeispiels und ihr Hineinziehen anderer in die Historie sind der essentielle Kern der Veranstaltung. Wer mit Freude liest, übt seine Kommunikationsfähigkeit. Er erschafft erzählend aufregende und intensiv erfahrbare Texte und kann sein Gegenüber sofort in seine Welt hineinziehen.

Betonung, Lesetempo und Stimmvariation waren nur drei der geforderten Aspekte, die die Kinder in der Vorbereitungsphase unter Anleitung ihrer Deutschlehrer „trainiert“ hatten. Im zweiten Teil bestand die Aufgabe darin, sich eines fremden Auszugs anzunehmen und ihn überzeugend darzubieten.

Wenn auch die Nervosität hie und da wahre Purzelbäume schlug, gelang es allen Lese-„Champions“ in diesem Bereich, akzentuiert und nahezu fehlerfrei aufzutrumpfen. Als „Lohn“ für ihre tollen Leistungen erhielten Laura Modes, Matilda Bürcky, Carlotta zu Salm-Salm, Helena Fickus, Julius Badouin, Kira Piroth, Fenja Bauer, Jasmin Bretscher und Melanie Soloch neben der Urkunde den Jugendroman „Ein kleines Wunder würde reichen“ von Penny Joelson. Die Autorin „hat ein verständliches und berührendes Buch über eine großartige besondere Protagonistin geschrieben. Hier erhält man auf den Begriff vom Wert des Lebens eine neue Sichtweise. Vom Beginn an versteht die Autorin Spannung durch die Ermittlungen zum Mord aufzubauen und bis zum Schluss hoffte und bangte ich mit Jemma. Ein ganz ,wunder’barer Roman, der unbedingt gelesen werden sollte!“, heißt es in einer Rezension. 

Oberstudiendirektor Günter Graus, Orientierungsstufenleitung Dr. Marion Roth, die beteiligten Lehrkräfte sowie die erstmals in der Jury vertretenen Lesescouts überbrachten die Glückwünsche der Schulgemeinschaft. Gewinner Noah Walter (6d) vertrat seine Schule beim Online-Lesewettbewerb des Kreises ebenfalls überzeugend.

Autorin: Claudia Römer

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