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Ehrung für Facharbeit in Chemie

„Fertig, Uni, Los!“

PreisHariboStiftungDie 18-jährige Celia Barth aus Gutenberg strahlt, hat sie doch etwas erreicht, wovon andere nur träumen können: Mit ihrer Facharbeit „Untersuchungen zur Atemalkoholbestimmung bei Probanden. Messprinzipien und ihre Störfaktoren“ hat sie nicht nur am Wettbewerb „Fertig, Uni, Los!“ teilgenommen, sondern sogleich den ersten Platz im Fach Chemie erreicht.

Frau Dr. Christa Welschof vom NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz gratulierte der angehenden Abiturientin der Alfred-Delp-Schule zu diesem außerordentlichen Erfolg. Celia, von Kindesbeinen an von Naturwissenschaften umgeben, ist Tochter zweier Pharmazeuten. Ihr älterer Bruder studiert bereits selbst Pharmazie und sie hilft seit der neunten Klasse einmal wöchentlich in der Familienapotheke in Bad Kreuznach tatkräftig mit. „Ich bin nicht sehr entscheidungsfreudig“, verrät die junge Frau im Gespräch, „und habe deshalb wie mein Bruder Englisch, Erdkunde und Chemie als meine Leistungsfächer gewählt.“ Eines aber wusste sie von Beginn an: Ihre Facharbeit wollte sie unbedingt in Chemie schreiben. „Erst einmal begann ich nach einem geeigneten Thema zu suchen“, erzählt Celia. „2018 war deutschlandweit bei 4,5% aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden Alkoholeinfluss eine der Unfallursachen. Insgesamt starben in Folge eines Alkoholunfalls 7,5% aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer, was auf einen überdurchschnittlichen Schweregrad von Alkoholunfällen hindeutet. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Bad Kreuznach gab es 2018 103 Unfälle, bei denen die beteiligten Personen durch Alkoholeinfluss beeinträchtigt waren. Außerdem wurden im Rahmen von polizeilichen Verkehrskontrollen im gleichen Jahr 401 Straf- oder Ordnungswidrigkeiten gegen Fahrzeugführer wegen Alkoholkonsums eingeleitet. Meine erste Verkehrskontrolle fand fünf Tage nach meinem 18. Geburtstag statt. Dieses Ereignis hat mich veranlasst, folgende Fragestellungen in einer Facharbeit genauer zu untersuchen: Wie funktionieren Atemalkoholmessgeräte? Wie genau sind die Ergebnisse solcher Geräte und wie anfällig sind sie für Störfaktoren? Lohnt es sich, ein Messgerät zur Selbstüberprüfung anzuschaffen? In welchem Zusammenhang stehen Atemalkoholkonzentration und Blutalkoholkonzentration und durch welche Faktoren werden sie beeinflusst?“ Das Thema der Arbeit war somit geboren. Jetzt hieß es, sechs weibliche und sechs männliche freiwillige Probanden zu finden, die sich dazu bereiterklärten, die wissenschaftlichen Studien zu begleiten. „Jeder dieser Personen trank unter standardisierten Versuchsbedingungen eine definierte Weinmenge. Mithilfe digitaler Messgeräte konnte eine Atemalkoholkonzentration gemessen werden, woraus ein geschätzter Wert der Blutalkoholkonzentration ermittelt wurde. Des Weiteren wurden mittels Einwegatemalkoholtests, die auf Farbreaktionen basieren, Vergleichsmessungen vorgenommen“,  berichtet die ambitionierte Jungchemikerin, die nach dem Abitur ein naturwissenschaftliches Studium anstrebt. „Hochkomplex und hochinteressant waren nicht nur die vor Beginn der Corona-Pandemie Mitte März gesammelten Untersuchungsergebnisse, sondern eben auch die Versuchsauswertungen. Dabei konnte die Schülerin einen Zusammenhang zwischen Geschlecht, Gewicht und zugeführtem Alkoholvolumen herstellen. „Interessant war festzustellen, dass die eingesetzten Messgeräte sehr abweichende Messergebnisse und somit unterschiedliche Zuverlässigkeit aufweisen. Sie sind nicht alle uneingeschränkt für den Endverbraucher geeignet“, ergänzt Celia Barth. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Facharbeit lag auf den Störfaktoren der Atemalkoholmessung. Nach Verzehr von alkoholhaltigen Produkten wie beispielsweise Schnapspralinen ist die vom Hersteller empfohlene 15-minütige Wartezeit unbedingt einzuhalten, um zuverlässige Messergebnisse zu erzielen. Die Schülerin konnte bei der Auswertung ihrer Versuche jederzeit auf die Unterstützung ihrer Lehrerin Jutta Ewen rechnen. Am Ende war sie es, die die Facharbeit mit der Note „sehr gut“ (15 Punkte) bewertete. Dass sie sie dann bei der Dr. Hans-Riegel Stiftung einreichte, verdankt Celia Barth einem Absolventen ihrer Schule, der im Jahr zuvor diesen Weg im Fach Mathematik einschlug und sie dazu einlud, es ihm gleichzutun. 

Gesamtschulleiter Günter Graus überbrachte die Glückwünsche der gesamten Schulgemeinschaft ob dieses herausragenden Erfolges. Die Auszeichnung erfolgt aufgrund der aktuellen Pandemieauflagen am 15. November als Online-Veranstaltung in Form einer Videokonferenz. 

Autorin: Claudia Römer

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