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Chemie-Wettbewerb

„Leben mit Chemie – Tolle Knolle“

Chemie WettbewerbAuch im Schuljahr 2019/2020 wurde in Rheinland-Pfalz der landesweite Wettbewerb „Leben mit Chemie“ für die Klassenstufen 5 bis 10 aller weiterführenden Schulen ausgeschrieben und fand mit über 2800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine durchaus große Resonanz. An der Alfred-Delp-Schule nahmen ebenfalls junge Menschen an der diesjährigen Runde des Experimentalwettbewerbs teil und beschäftigten sich in einer Zeit, die im Wesentlichen von der Corona-Pandemie geprägt war, mit der „tollen Knolle“.

Können Kartoffeln als „flutschige Flummis“ eingesetzt werden? Das Mädchen Kati staunt, so die Beschreibung, nicht schlecht, als sie die Flasche mit der Kontaktlinsenlösung ihrer Mutter betrachtet, denn sie liest auf dem Etikett die Bezeichnung „Wasserstoffperoxid“. Hiervon angestachelt, plant sie gemeinsam mit ihrer Mutter einige Versuche. So sollen zum Beispiel rohe Kartoffeln geschält, anschließend auf einer Küchenreibe gerieben, der rohe Kartoffelbrei in einem Geschirrhandtuch ausgepresst und der Kartoffelsaft aufgefangen werden. Von Kartoffelknödeln hält Kati selbst nichts, sind sie ihrer Meinung nach doch immer „so flutschig wie Flummis“. 

Das Interesse der passionierten Jungchemiker der Alfred-Delp-Schule war geweckt. Mit großer Begeisterung gingen sie etwa daran, selbst Kartoffelsaft nach Katis Rezept herzustellen. Dazu füllten sie 20 ml frischen Kartoffelsaft in ein möglichst schmales Trinkglas. Dann gaben sie 20 ml 3%ige Wasserstoffperoxidlösung hinzu, rührten das Ganze kurz um und warteten, bis sich die Schaumhöhe nicht mehr sichtlich veränderte. Daraufhin führten sie eine Glimmspanprobe durch, indem sie mehrmals einen glimmenden, aber nicht mehr brennenden Holzspieß in die Schaumkrone tauchten, der besseren Sichtbarkeit wegen direkt in der Nähe des Glasrandes. Daneben informierten sich die Schüler im Internet über nicht-newtonsche Flüssigkeiten und deren mysteriöse Eigenschaften. Sie stellten im Anschluss daran selbst eine solche her, indem sie käufliches Kartoffelmehl und Wasser im Verhältnis 1:1 miteinander mischten. In verschiedenen Experimenten (beispielsweise beim Schlagen auf die Oberfläche) überprüften sie die recherchierten typischen Eigenschaften.

Lucjan Ginz, Max Sasso, Tim Schwerbel (alle zum Zeitpunkt des Wettbewerbs in Klasse 5d) stürzten sich mit großem Eifer auf die „tolle Knolle“ und erhielten wie auch Philipp Barth (im vergangenen Schuljahr 10a) eine großartige Siegerurkunde. Franka Weiland (ebenfalls 5d) konnte mit ihrer Arbeit ihren Sachverstand und ihr besonderes experimentelles Geschick unter Beweis stellen. Daher erhielt sie zu ihrer Ehrenurkunde einen Buchgutschein im Wert von 30 Euro. Allein die Ungewissheit, ob der dreitägige experimentelle Workshop, welcher als Abschlusspreis jährlich vergeben wird, nachträglich im Frühjahr 2021 bei Boehringer Ingelheim stattfinden kann, trübte Frankas Freude ein wenig.

Gleichzeitig zeigten sich die Schüler überzeugt davon, auch im nächsten Jahr an dem Chemie-Wettbewerb teilnehmen zu wollen, dann zum Thema „Ice-Pack? Cool!“ (Untersuchung sowie Herstellung von Kälte-Kompressen und Erzeugung von Kühleffekten im Alltag).

Betreuende Lehrerin Anna Monnerjahn und Gesamtschulleiter Günter Graus überbrachten nicht nur die Glückwünsche der Schulgemeinschaft, sondern zeigten sich äußerst angetan von dem wissenschaftlichen Interesse der jungen Leute.

 
 

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