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Verabschiedung aus Leitung der Realschule plus

Matthias Schaal verabschiedet sich aus dem Schulleiterdasein

AbschiedMatthiasSchaalWer Matthias Schaal kennt und gemeinsam mit ihm zur Schule gehen darf, weiß um einige Besonderheiten. So fällt er nicht aliein durch seinen ausgesprochen forschen Schritt auf, sondern auch und vor allem durch seinen ausgeprägten Pragmatismus. Vor keiner noch so großen Herausforderung scheut er zurück. Ganz im Gegenteil. Er stellt sich ihr beherzt und im Interesse der ihm Anvertrauten.

Matthias Schaal, 1955 in Westfalen geboren, besuchte einst das Werner-vonSiemens Gymnasium in Gronau, bevor er zum Studium der Mathematik und der Bildenden Kunst an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn wechselte. Selbst Kind eines Realschullehrers und Konrektors, wuchs er von klein auf quasi in diesen Beruf hinein. Zudem war er aktiv in der Jugendarbeit und als Obermessdiener jahrelang verantwortlich für 120 Ministranten. Dass er irgendwann einmal tatsächlich selbst wieder zur Schule zurückkehrte, sollte ihn überraschen, hatte er doch so gar keine Lust darauf, „Pauker“ zu werden. Doch das Leben hielt anderes für ihn bereit und nach Studium, Referendariat und erster Stelle in Bitburg wechselte er 1986 an die Alfred-Delp-Schule in Hargesheim, wo er 2006 zum Rektor ernannt wurde.

Fragt man einen Pädagogen mit jahrelanger Erfahrung nach dem, wie Schule sich verändert hat, so antwortet er: „Sie hat sich professionalisiert. Der Einzug des Computers hat die Arbeitsblätter und Klassenarbeiten gewaltig ,frisiert‘, sodass sie heute wie gedruckt aussehen. Als Arbeitsmedium hat der Computer viel Erleichterung geschaffen. Er hilft interessierten Schülern zur Selbsthilfe und Nacharbeitung.“ Auch, und dies betont Matthias
Schaal, führt er insbesondere im Kunstunterricht „zu einem unerschöpflichen Fundus an Werken und Kunstprojekten, die zur Präsentation einsetzbar sind. Man kann die Welt ins Haus holen. Das ist wunderbar und ausbaubar.“ Seine Augen leuchten in diesem Moment der Reflektion, doch wenige
Augenblicke später meint er: „Es fehlt manchem Schüler Bewegung und freies Spiel mit Gleichgesinnten.“ Das Leben mit und in der Coronapandemie zeigte ihm aber auch: „Zur Individualisierung des Lernens und Anpassens an den je eigenen Lerntyp ist Digitalisierung sicher eine gute Sache. Aber: Der Mensch als Lehrer vor der Klasse mit den Schülern, darauf sollte Schule niemals verzichten. Schüler brauchen Vorbilder und leibhaftige Erzieher als Ergänzung zum Elternhaus!“ Daneben war es ihm stets wichtig, der „Überindividualisierung das gesunde Wir-Gefühl wirksam entgegenzusetzen. Dies bedeutet nichts anderes, als die Hinführung zu sozialer Verantwortung und religiöser Offenheit.“ Dass er der letzte „reine“ Realschulrektor war, sieht er gelassen, weiß Matthias Schaal doch, dass Realschule plus alles enthält, „was gute Schule weiterhin möglich macht.“ Überhaupt ist es ihm ein großes Anliegen, „Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, Schüler zu selbstständigem Tun zu ermutigen und Bevormundungen zu unterlassen.“ Kurz hält er inne und erinnert sich der traurigen Tage kurz vor Weihnachten, als seine Frau überraschend verstarb.

Wie die Zukunft ausschaut? „Fotografieren werde ich weiterhin. Garten und Haus wollen gepflegt werden. Die Enkelkinder freuen sich auf den Opa. Israel möchte ich kennenlernen…“ Seinen jungen Kollegen rät er abschließend: „Bleiben Sie mit den Kindern jung, d.h. stets offen für Neues und selbst lernbereit.“

 
 

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