Kinderhospiz der Stiftung Bärenherz

Besuch der Klasse 5e und Spendenübergabe

Baerenherz 05E 20b„Das war der schönste Vormittag in diesem Jahr!“, konstatierte der elfjährige Marlon Wichter im Brustton der Überzeugung. Seine Mitschülerin Lenya Lück hielt fest: „Es hat mich berührt, wie gut die Kinder dort behandelt werden und wie glücklich sie sein dürfen. Das Kinderhospiz ist eine schöne Idee, ein richtiges ,Haus für Kinder`.“

Ares Gorg beeindruckte insbesondere, dass neben der Sorge um die Erkrankten deren Geschwister im Mittelpunkt stehen. „Es werden ganz tolle Ausflüge mit denen unternommen. Das hat mich schon verwundert“, meinte er denn. Die Kinder, die sich derart sensibilisiert für ein solches Haus und seine Notwendigkeit äußerten, besuchen die Klasse 5e und haben es sich – wie schon viele vor ihnen – zur Aufgabe gemacht, sich für andere, denen es nicht so gut geht wie ihnen, stark zu machen. Baerenherz 05E 20dMit ihrem Verkaufsstand und Café am Elternsprechtag im vergangenen November setzten sie einen ersten erfolgreichen Akzent. Selbstgebasteltes und –gebackenes, Gestecke, Engelchen, Holztiere und vieles mehr erzielten einen verheißungsvollen Grundstock, der noch durch die reich gedeckte Kuchentafel am Samstagvormittag getoppt werden konnte. Gerne überreichten sie dieser Tage ihre Spende in Höhe von 1500 Euro an Ehrenamts-Koordinatorin Marie-Christin Kunz, die sich sehr über das Engagement der umtriebigen Fünftklässler freute.

Baerenherz 05E 20cDie beiden Ehrenamtlichen Sabine Naumann und Anne Ullmann begrüßten gemeinsam mit Marie-Christin Kunz die 25 Schüler und Klassenleiterin Claudia Römer. „Diese Frauen strahlen so viel Wärme aus“, fasste Alma Olkinuora ihren Vormittag im Kinderhospiz zusammen, „die Kinder müssen sich glücklich fühlen.“ Behutsam und sensibel und mittels einer kleinen Präsentation näherte man sich dem Thema „lebensverkürzende Erkrankungen und Sterben“ an. Jedes Kind konnte seine Gedanken äußern, seine Ängste und Erwartungen, doch schon nach wenigen Augenblicken und umhüllt von der liebevollen Atmosphäre in diesem Kinderhospiz war das Eis gebrochen. „Beim Anblick des selbstbemalten Sarges mit der Aufschrift ,Unser kleiner Engel` musste ich schon schlucken“, verriet Sebastian Puth, eine Erfahrung, die er mit seiner Klassenlehrerin teilte. Bilder eines Vaters, der sich künstlerisch mit dem Lebens-, Leidens- und Sterbeweg seiner erst sechsjährigen Tochter auseinandersetzte, bewegte die Fünftklässler. Daneben waren es insbesondere der Bällepool und der Snoezelenraum mit seinem Wasserbett, den Lichtsträngen und -säulen, die den schwerstkranken kleinen Patienten eine Oase der Ruhe bescheren, die Aufmerksamkeit erregten. Auch der „Erinnerungsgarten“, ein Bachlauf mit vielen liebevoll gestalteten Steinen, die die Namen und Lebensdaten der verstorbenen Kinder tragen, wusste zu berühren.

Baerenherz 05E 20e„Die Räume sind wirklich schön. Man fühlt sich wie zuhause“, sagte denn auch Felina Eierdanz. Das 2012 eröffnete neue Haus mit seiner hellen, freundlichen und zugewandten Atmosphäre fasste jeden Einzelnen an. Das Kinderhospiz ist auf viele Spenden angewiesen, da die Pflege- und Krankenkassen gerade einmal 40 Prozent tragen, die restlichen 60 Prozent übernimmt die Stiftung Bärenherz. Allein ein Tag in dieser „Herberge“ kostet 750 Euro. Hier, wo Familien trotz aller Kümmernisse und Traurigkeiten viel Wärme und Empathie geschenkt wird, steht das kranke Menschenkind im Fokus allen Tuns. Ihm soll und darf es an nichts fehlen. Die gemeinsam verbrachte Zeit – und dies ist möglich auch durch die Familienzimmer, die wie alle anderen individuell eingerichtet und gestaltet werden können  - ist ein kostbares Gut, dem man großes Gewicht zumisst. Sie ist es, die die Mädchen und Jungen der 5e, ihre Eltern und Klassenlehrerin dazu bewegt, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen und ihr Scherflein zum Gelingen beizutragen. „Wir haben uns sehr, sehr willkommen gefühlt“, war denn die einhellige Meinung aller.

Autorin: Claudia Römer

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