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Haupt- und Realschulzweig vereinigt

Der Weg zur Realschule plus

RS NeuWährend bei den öffentlichen Schulen im Jahr 2009/2010 die Haupt- und Realschulen zu der neuen Schulform „Realschule plus“ umgewandelt wurden, blieb die Alfred-Delp-Schule zunächst noch bei der über die Jahrzehnte bewährten Trennung der beiden Schulzweige.

Mit Interesse wurden aber die Entwicklung der Schulen in unserem Umfeld und auch die schulinternen Veränderungen, v.a. bzgl. des Anmeldeverhaltens der Eltern, beobachtet.

Bei den Überlegungen zur Unterrichtsplanung für das Schuljahr 2015-2016 wurde dann zunehmend deutlich, dass der herkömmliche Hauptschulzweig unserer Schule in der Zukunft  nicht mehr zu halten sein würde. Folgende Punkte wurden in den Diskussionen in der Schulleiterrunde benannt und später mit dem Kollegium bei einer Gesamtkonferenz besprochen:

Abnehmende Akzeptanz der Schulform „Hauptschule“ seitens der Eltern

Die Zahl der Kinder, die mit eher unterdurchschnittlichen Grundschulleistungen bei uns angemeldet wurden, nahm stetig ab. Außerdem nahm die Zahl derer zu, die nach einer Empfehlung  für die Hauptschule nach Klasse 6 von unserer Schule abgemeldet wurden, um an eine Realschule  plus zu wechseln. Dadurch steuerten wir auf eine dauerhafte Zweizügigkeit mit u. U. sehr großen Klassen  zu. Verstärkt durch die Kürzung der Poolstunden seitens des Landes war erkennbar, dass uns zukünftig Stunden fehlen, um pädagogisch sinnvoll im Hauptschulzweig zu unterrichten.

Schwierigkeiten bei der Lehrerversorgung

Es werden keine Lehrer für die Hauptschule mehr ausgebildet. Zudem erhalten die für die Realschule plus ausgebildeten Lehrer mit A13 statt A12 eine höhere Besoldung. Frühere Hauptschullehrkräfte haben an staatlichen Schulen die Möglichkeit, durch eine sogenannte Wechselprüfung in die höhere Besoldungsstufe  zu gelangen. Perspektivisch war erkennbar, dass wir keine ausgebildeten Lehrer mehr für den Hauptschulzweig bekommen und sogar die Gefahr besteht, dass einzelne Lehrkräfte an eine Realschule  plus abwandern.

 

Chancen für die  Orientierungsstufe

Bei einer schulartübergreifenden Orientierungsstufe unter Einschluss einer Realschule plus sinkt die Klassenmesszahl von 28 auf 25 Schüler. Durch kleinere Klassen können wir in der pädagogischen Arbeit mehr Zeit und Aufmerksamkeit gerade den schwächeren Schülern widmen. Fördermaßnahmen und –kurse werden möglich. Mehr Förderung ermöglicht auch ein besseres Fordern der leistungsstärkeren Kinder, so dass auch unsere Attraktivität für Gymnasialkinder steigt.

Auf Seiten des Kollegiums herrschte zunächst Skepsis, ob man den bis dahin erfolgreichen Weg unserer Kooperativen Gesamtschule den neuen Gegebenheiten anpassen oder ob man nicht doch lieber nach anderen, eigenen Wegen suchen sollte. Nach vielen Diskussionen und Gesamtkonferenzen entschied sich letztendlich das Kollegium der Alfred-Delp-Schule mit großer Mehrheit dafür, den staatlich vorgegebenen Weg eines Realschule plus-Zweiges zu gehen, allerdings im Rahmen der Möglichkeiten und Freiheiten, die eine Schule in privater Trägerschaft genießt.

Zum Schuljahr 2017-2018 haben wir dann mit ministerieller Erlaubnis zum ersten Mal im Rahmen der neuen Struktur 200 Kinder in acht Klassen der neuen Jahrgangsstufe 5 aufgenommen.

 
 
 
 

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