„Die Wirklichkeit (…) hängt von dem Blick ab, mit dem sie eingefangen wird, von der ,Brille`, die wir wählen, um sie zu betrachten (…)“

Vernissage „Flüchtige Momente“ – Fotos und Texte von Matthias Schaal

VernissageMSchaalMatthias Schaal, hiesiger Realschulleiter, Weltenbummler und Fotokünstler, bietet in seiner Ausstellung „F(f)lüchtige Momente“ im Foyer des Krankenhauses St. Marienwörth 21 Fotografien an, die den Betrachter dazu einladen, einmal stehenzubleiben, innezuhalten und den Zauber des Augenblicks in sich aufzusaugen. Allen Werken, entstanden bei Reisen durch Deutschland, Belgien, Frankreich, England, Polen, Tschechien, Griechenland und den Osten der USA, gemeinsam ist der zufällige, eher unscheinbare Ausschnitt der Realität, eine Momentaufnahme voll subjektiver Interpretation und dennoch offen für jeden Interessierten.

Matthias Schaal wählt aus, lässt Häuser Geschichten erzählen, Menschen überrascht in die Kamera blicken, fast schon wieder dabei, dem Fotografen zu „entkommen“, und eigentümliche architektonische Gebilde wie von selbst entstehen, versehen mit eigenen meditativen Reflexionen, wie geschaffen für eine Oase für Suchende – fernab vom eng getakteten hektischen Krankenhausbetrieb. Jeder, der Ruhe sucht, zu sich finden und ganz bei sich sein mag, stößt auf aus sich heraus wirkende Bilder, die Raum für Deutung schenken. Kann das „Flüchtige“ das „Zufällige“ sein, das es doch nach christlicher Überzeugung gar nicht gibt? Gibt es den „geborgten“ Augenblick, der nicht gesucht und doch gefunden wird? Jedes Foto ist ein Unikat, denn das, was es abbildet, wird es in dieser Form nicht mehr geben. Papst Franziskus sagt in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 10. September Folgendes: „Die Wirklichkeit hat in sich selbst keinen eindeutigen Sinngehalt. Alles hängt von dem Blick ab, mit dem sie eingefangen wird, von der ,Brille`, die wir wählen, um sie zu betrachten (…) Für uns Christen kann die geeignete Brille, um die Wirklichkeit zu entschlüsseln, nur die der guten Nachricht sein.“ Und Laudatorin Verónica Höft, selbst freischaffende Künstlerin und Lehrerin für Bildende Kunst an der ADS, fügt hinzu: „Matthias Schaal hält vergängliche Momente fest. Die Lichtverhältnisse ändern sich. Die Ästhetik der Gegensätzlichkeit ist besonders reizvoll. Seine Bilder prägen unsere Eindrücke.“ Mag. rer. publ. Ralf-Dieter Kanzler, Vorsitzender des Freundschafts- und Fördervereins St. Marienwörth e.V., begrüßte die zahlreichen Besucher zu einer Ausstellung, die, einst ein „Jugendtraum“, nun Realität werden durfte.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum Mittwoch, 29. November.