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Bartimäus - ein Impuls zu Beginn der Fastenzeit

BartimaeusÜber zehn Wochen Lockdown liegen hinter uns, die Schulen sind seit den Weihnachtsferien geschlossen. Allmählich werden wir ungeduldig: fehlende Kontakte, immer die gleichen Abläufe, Menschen und Nachrichten, keine Perspektive, dass wir endlich aus der Enge, aus der Isolation herauskommen. Wir leiden unter dieser Begrenztheit, sind auf uns selbst gestellt, der Blick nach außen, auf die Welt, auf unsere Mitmenschen wird immer enger. Unzufriedenheit, Gereiztheit sind überall zu spüren, im Kleinen wie im Großen, in den Familien wie in der Politik.

In der Bibel finden wir die Geschichte vom blinden Bartimäus. Auch er war durch seine Beeinträchtigung gefangen und abgeschieden von der Welt. Durch seine Blindheit ist er ganz auf sich geworfen. „Hab Erbarmen mit mir!“ Dieser Ruf, an Jesus gerichtet, könnte zu Beginn der diesjährigen Fastenzeit auch uns entfahren. „Hab Erbarmen, dass wir uns nicht im tristen Alltag verlieren, dass uns die Isolation nicht gefangen nimmt. Hab Erbarmen, dass wir unsere Augen öffnen für unsere Mitmenschen und für das Gute, das wir in diesen Zeiten erfahren dürfen.“ Bartimäus ruft und fängt neu zu leben an.

Frank Klemm